Eigenkapitalkosten oft höher als Fremdkapital

Eigenkapitalkosten oft höher als Fremdkapital

Michael Fridrich

Um Risiken im Geschäftsablauf abzufedern oder Expansionen teilweise auch mit eigenen Mitteln zu finanzieren, benötigen Unternehmen genügend Eigenkapital. Doch wie viel Eigenkapital ist betriebswirtschaftlich sinnvoll? Aufgrund der höheren unternehmerischen Risiken ist Eigenkapital letztlich teurer als Fremdkapital. Diesen sogenannten Leverage-Effekt nutzen Finanzinvestoren gezielt aus und reduzieren ihr Eigenkapital auf ein Minimum.

Unternehmer investieren ständig in ihr eigenes Unternehmen. Deshalb denken sie immer wieder darüber nach, welche Mindestrendite sie für ihr eingesetztes Kapital bzw. für die als Eigenkapital geparkten Gewinne erzielen wollen. Für die Bestimmung der Eigenkapitalkosten und der fokussierten Zielrenditen kann man sich gut am Kapitalmarkt orientieren. Dort setzt sich die Erwartung an die Rendite eines Wertpapiers aus der Rendite einer risikolosen Anlage zuzüglich einer Risikoprämie, gewichtet mit dem sogenannten Betafaktor, zusammen.

Will man die Rendite einer risikolosen Anlage abschätzen, kann man in Deutschland
beispielsweise den Zinssatz für langfristige Bundesanleihen heranziehen. Dabei sollte die Laufzeit der als Referenz ausgewählten Anleihe auch ungefähr dem Planungszeitraum der Bewertung entsprechen.

Die durchschnittliche Marktrendite kann man aus den Renditen bestimmter Börsen-Indizes wie beispielsweise dem DAX ableiten. So beträgt die durchschnittliche Marktrisikoprämie in Deutschland – bei einer langfristigen Rendite von ca. 13 Prozent für deutsche Aktien – etwa fünf Prozent. Denn die von Investoren geforderte Risikoprämie setzt sich aus einer allgemeinen Marktrisikoprämie, sie entspricht der Aktienrendite abzüglich der Rendite einer risikolosen Anlage, und dem spezifischen Risikokoeffizienten, also dem Betafaktor, zusammen.

Der Betafaktor bzw. Risikokoeffizient benennt das systematische Risiko einer Aktie und wird deshalb als Maßstab verwendet, um den Risikograd, also die Abweichung der
Wertentwicklung eines Unternehmens von dem des Marktes zu berechnen. Ein Beta > 1 bedeutet beispielsweise, dass sich ein Unternehmen verglichen mit dem Gesamtmarkt überproportional entwickelt. Wenn der Betafaktor in einer Branche, z.B. dem Automobilsektor, bei 0,5 steht, heißt das, dass die Aktie nur um fünf Prozent steigt oder fällt, während der Gesamtmarkt um zehn Prozent steigt oder fällt.

Die Betafaktoren vergleichbarer börsennotierter Unternehmens können als Anhaltspunkte für eigene Analysen verwendet werden. Denn zahlreiche Banken und Institute veröffentlichen mittlerweile die regressionsanalytisch ermittelten historischen Betadaten börsennotierter Unternehmen.

Wer also die Zielrendite für sein Unternehmen berechnen will, sollte auf jeden Fall den Be-tafaktor ermitteln. Nimmt man an, er läge mit 1,2 überproportional gegenüber dem Gesamt-markt, die risikolose Anlage würde sich zu acht Prozent verzinsen und der gesamte Aktien-markt würde eine Durchschnittsrendite von fünf Prozent ausweisen, so wäre der errechnete Eigenkapitalkostensatz [6+ 1,2 x (13 – 8) = 12] nach dem CAPM zwölf.

Jahrgang 1965, Businesstrainer, Berater und Coach, Diplom-Betriebswirt, Dozent an der RWTH und FH Aachen für Unternehmensgründung und Soft Skills, Reiss Profile Master, geprüfter Trainer und Berater nach BDVT und BaTB, zertifizierter Verkaufsleiter Deutsche Verkaufsleiter-Schule.

Er schöpft aus über 20 Jahren erfolgreicher Berufserfahrung in Marketing und Vertrieb, davon allein 15 Jahre in diversen Managementfunktionen, zuletzt als Geschäftsführer.

Als Spezialist für die Bereiche Führung und Vertrieb bietet er mittelständischen Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung zwei Schwerpunkte an: Firmentrainings und Business-Coaching.

Michael Fridrich erhielt 2009 einen Trainerpreis in der Kategorie “Bestes Seminarkonzept”, 2012 einen Unternehmerpreis und ist darüber hinaus ein gefragter Redner und Autor verschiedener Fachbeiträge, u.a. in der Zeitschrift Spitzenkompetenz, Spiegel Online, Zentrada, Außendienst Informationen. Der Experte für Führung und Vertrieb redet und handelt einfach Klartext.

Jeden Monat präsentiert Michael Fridrich in seinem Newsletter ein fachliches Thema, aktuelle Termine und weitere Informationen rund um Businesstraining & Beratung.

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